16.08.2011 Heute steht der Pegel Kaub bei 188 cm. Mit diesem noch zufriedenstellenden Wert kann man mit einem Tiefgang von über 2,70 Meter planen. Das heißt aber dennoch, dass unsere Disponenten und allen voran unsere unermüdlicher Shipping Managerin Heleen Scharroo, in Zwijndrecht, die Schiffe nach Tonnage und nicht nach TEU-Volumen einplanen können.

Seit Mitte März existiert dieses Problem des niedrigen Wasserstandes: Den gesamten April und den halben Mai gab es keine Niederschläge. Der Pegel des Bodensees näherte sich wieder einmal historischen Tiefständen.

Als Anfang Mai der Pegel in Kaub kurzzeitig unter die 80 cm Marke sank, sah es schon kritisch aus. Bereits im April hatte Contargo auf das Ausnahmeprogramm umgestellt und zusätzliche Kleinwasserzüge zwischen Ludwigshafen und Duisburg fahren lassen. Gleichzeitig unterstützten der BME (Basel-Multimodal-Express) und der WME (Wörth-Multimodal-Express) die Schifffahrt mit zusätzlicher Tonnage. So konnte am Ende jede Box gefahren werden, auch weil Sie sich als unsere Kunden und Partner über die Kleinwasserzuschläge an den erheblichen Mehrkosten beteiligt haben.

An dieser Stelle möchten wir betonen, dass bei niedrigen Wasserständen, also Kleinwasser, die Schifffahrt nicht - ähnlich wie bei der Hochwassersperre ab Marke II - eingestellt wird. Es wird nur erheblich teurer Schiff zu fahren. Theoretisch könnten wir sogar noch bei Wasserständen unter 40 cm am Pegel Kaub fahren; es kann aber dann kaum noch Nutzlast transportiert werden.

Werden diese schwierigen Wetterbedingungen für die Binnenschifffahrt sich im weiteren Verlauf von 2011 fortsetzen? Waren die letzten Monate wieder eine Ausnahme, so wie bereits 2003, 2005 und 2009? Oder wird uns der Klimawandel nun in jedem Jahr einen trockenen Frühling und einen noch trockeneren Sommer bescheren?

Beantworten kann das noch niemand und es gibt so viele Meinungen und Gutachten wie Pegel am Rhein. Die Gruppe Hydrologie am Geographischen Institut der Universität Bern hat festgestellt, dass wir in den letzten 150 Jahren in 14 Fällen ein ähnlich trockenes und warmes Frühjahr hatten, wie im Jahr 2011.

Weitere Szenarien sprechen von einer deutlichen Erwärmung der Schweiz in den nächsten Jahren bis 2050, so dass die kleineren und mittleren Gletscher völlig abschmelzen werden. Das würde bis dahin eher zu mehr als zu weniger Wasser im Rhein führen.

Eine andere Prognose sieht voraus, dass der Klimawandel zu einem Ausgleich über das ganze Jahr führt und sich so die mittleren Abflussmengen zwischen Sommer- und Winterhalbjahr annähern.

Es gab nicht wenige Stimmen, die für dieses Jahr voraussagten, dass wir mit diesen Wasserständen durch den Sommer bis Anfang Dezember zu rechnen haben. - Das ist zum Glück so nicht eingetroffen und wir hoffen auf ein normales Wasserjahr in der zweiten Jahreshälfte.

Trotz aller Prognosen wird es so sein, dass es trockene Jahre und nasse Jahre mit viel Schnee im Winter geben wird – so wie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 150 Jahren. Wir werden uns dem anpassen und die notwendigen Schritte unternehmen um die erwartete Transportsicherheit zu gewährleisten. Gleichzeitig sollten wir nicht vergessen, dass gerade der Kombinierte Verkehr dazu beitragen kann, dass die Klimaschutzziele der Europäischen Union erreicht werden. Dieser positive Effekt ist dann nicht nur gut für die Schifffahrt nach 2050, sondern geht uns alle an.

In diesem Sinne noch einen schönen (regenreichen) Sommer!

Heinrich Kerstgens               Thomas Löffler

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