Schwefelsäure wird in den Rhein eingeleitet

Beim Umpumpen von Tank 7 in das Transportschiff kam es zu Veränderungen der Stabilität des auf der Seite liegenden Havaristen. Das Vorschiff sackte etwa 20 Zentimeter in Richtung Kolk ab, was zu einer Durchbiegung und Torsion (Verdrehung) des Schiffskörpers führte. Im Bereich des Tankdecks entstanden Beulen, die auf eine enorme Spannung innerhalb des Schiffskörpers hinweisen. Eine weitere Bewegung des Schiffes könnte Schott und Deck brechen lassen. Dies hätte eine unkontrollierte Reaktion von Schwefelsäure mit Wasser zur Folge. Das Bergeunternehmen kann unter diesen Umständen die Sicherheit der an dem Schiff arbeitenden Einsatzkräfte nicht mehr gewährleisten.

Deshalb hat sich die Einsatzleitung entschieden, einen Teil der verbliebenen Ladung kontrolliert in den Rhein zu leiten.

Mit Beginn der Einleitung der Schwefelsäure aus dem havarierten TMS „Waldhof“ in den Rhein, nahm das Gewässeraufsichtsschiff „Burgund“ erneut andauernde Messungen des Rheinwassers unterhalb der Unfallstelle auf.

Der normale pH-Wert im Rhein beträgt etwa 8,0 bis 8,1.

Zirka zwei Stunden nach Beginn der überwachten Einleitung der Schwefelsäure in den Rhein wurde in 200 Meter Abstand zur „Waldhof“ ein pH-Wert von 6,2 gemessen. In 400 Meter Entfernung waren am linken Ufer keine Veränderungen zu erkennen, am rechten Ufer lagen die pH-Werte bei 7,1 und in der Flussmitte bei 7,2.

Damit sind die Veränderungen des pH-Wertes günstiger als erwartet. Negative Auswirkungen auf die Gewässerökologie sind somit nicht zu erwarten. Der mit einer Wärmebildkamera ausgerüstete Hubschrauber der rheinland- pfälzischen Polizei überflog zudem mehrmals den Bereich unmittelbar an der Einlassstelle. Eine Veränderung der Wassertemperatur durch chemische Reaktionen der Schwefelsäure mit dem Rheinwasser war nicht zu messen.

Die erneute Suche nach den beiden Vermissten der „Waldhof“-Havarie musste gestern Nachmittag ergebnislos abgebrochen werden. Mitgliedern der Technischen Einsatz Einheit (TEE) der Bereitschaftspolizei Rheinland-Pfalz gelang es nicht, in die völlig zerstörten, noch unter Wasser stehenden Wohnräume des Havaristen zu gelangen.

Der Schiffsstau auf Rhein und Main oberhalb von Mainz ist fast vollständig aufgelöst. Alle Talfahrer aus Main und Rhein können bis in den Raum Mainz/Budenheim aufrücken und dort geeignete Liegeplätze aufsuchen. Wasser- und Schifffahrtsamt Bingen und Wasserschutzpolizei sprechen die Schiffe dort direkt an und organisieren die weitere Talfahrt.

Contargo versucht nun alle Schiffe nach und nach bis Ende der Woche wieder in den normalen Fahrplan zu bringen. Da aber die Durchfahrt an der Unglücksstelle nur nach einzelner Aufforderung durch die Wasserschutzpolizei erlaubt ist, kann es auch in den nächsten Tagen zu Verzögerungen kommen.

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